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Lehm-Unterputz: Mineralische Basis für jeden Lehmwandaufbau


Der Lehm-Unterputz ist die unsichtbare, aber entscheidende Schicht jedes Lehmwandaufbaus. Auf ihm baut der Oberputz auf, von seiner Haftung hängt die Stabilität der gesamten Wand ab, und seine Schichtdicke bestimmt maßgeblich, wie gut die fertige Wand später Feuchtigkeit reguliert. Anders als bei zementgebundenen Putzen kommt der Lehm-Unterputz dabei vollständig ohne Bindemittel aus, die später ausgasen oder die Wand abdichten würden – er bleibt diffusionsoffen, ist reversibel und bei Bedarf sortenrein recycelbar. Wir führen Lehm-Unterputze in den beiden gängigen Lieferformen erdfeucht und trocken, jeweils zusammen mit dem passenden Zubehör für den vollständigen Wandaufbau.

Was einen Lehm-Unterputz vom Oberputz unterscheidet

Bevor wir auf die konkreten Produkte eingehen, lohnt der Blick auf die Aufgabentrennung im klassischen Lehmwandaufbau. Unter- und Oberputz erfüllen jeweils unterschiedliche Funktionen – und genau diese Trennung erklärt, warum man nicht einfach den einen durch den anderen ersetzen kann.

Aufgabe und Schichtdicke des Unterputzes

Der Lehm-Unterputz übernimmt zwei zentrale Aufgaben: Er gleicht Unebenheiten des Untergrunds aus und schafft eine plane, saugfähige Fläche für den Oberputz. Typische Auftragsstärken liegen zwischen 10 und 30 Millimetern – das ist deutlich mehr als beim Oberputz, der nur 5 bis 10 Millimeter dick aufgebracht wird. Diese Stärke ist auch der Grund, warum der Unterputz mit Strohhäcksel oder Pflanzenfasern armiert wird: Sie verhindern Rissbildung beim Trocknen der dicken Schicht und geben dem Material zusätzliche Zugfestigkeit.

Bauphysikalische Wirkung

Ein Lehm-Unterputz reguliert die Raumfeuchte deutlich stärker als jeder andere Putz. Er nimmt bei hoher Luftfeuchtigkeit – etwa nach dem Duschen oder beim Kochen – große Mengen Feuchtigkeit auf und gibt sie bei trockener Luft wieder ab. Damit wirkt er als natürlicher Klimapuffer und beugt Schimmelbildung an kalten Außenwand-Innenseiten vor. Zusätzlich bindet Lehm Schadstoffe aus der Raumluft, was bei innensanierten Altbauten oder bei neu eingerichteten Räumen mit Möbelausgasungen ein echter Gewinn ist.

Reversibilität und Materialkreislauf

Anders als gipsgebundene oder zementhaltige Putze ist Lehm jederzeit reversibel: Eine Lehmwand lässt sich mit Wasser wieder anlösen, Reste können getrocknet, eingeweicht und für die nächste Anwendung weiterverwendet werden. Dieser Materialkreislauf gehört zu den großen ökologischen Vorteilen des Lehmbaus und reduziert sowohl Müll als auch Materialkosten bei späteren Umbauten.

Lehm-Unterputz im Sortiment

Im Sortiment finden Sie den Lehm-Unterputz von Conluto in den beiden gängigen Lieferformen. Welche für Sie die richtige ist, hängt vor allem von der zu verarbeitenden Menge und der Logistik auf Ihrer Baustelle ab.

Conluto Lehm-Unterputz erdfeucht

Der Conluto Lehm-Unterputz erdfeucht wird gebrauchsfertig im Sack geliefert und kann ohne weitere Vorbereitung direkt verarbeitet werden. Diese Variante ist die richtige Wahl, wenn Sie auf der Baustelle wenig Mischzeit haben oder mit kleineren Mengen arbeiten – etwa bei der Innensanierung einzelner Räume oder beim Selbstausbau. Der Vorteil: Sie sparen sich das Anmischen mit Wasser, vermeiden Dosierungsfehler und können sofort beginnen.

Conluto Lehm-Unterputz trocken

Der Conluto Lehm-Unterputz trocken wird als Trockenpulver geliefert und auf der Baustelle mit Wasser angemischt. Diese Variante hat zwei klare Vorteile: Sie ist im Transport leichter und damit logistisch günstiger, und sie lässt sich nach Bedarf in kleinen oder großen Portionen anmischen. Bei größeren Bauprojekten mit Profi-Mischmaschine oder Baumischer ist sie wirtschaftlich klar die bessere Wahl, weil die Materialkosten pro Quadratmeter niedriger ausfallen.

Welche Variante wählen?

Die Faustregel: Bei Mengen bis etwa 50 Quadratmetern lohnt sich die gebrauchsfertige erdfeuchte Variante, weil der Mischaufwand bei kleinen Flächen unverhältnismäßig hoch wäre. Bei größeren Sanierungen oder beim Neubau ist der trockene Lehm-Unterputz die wirtschaftlich und logistisch sinnvollere Wahl. Beide Varianten ergeben am Ende die gleiche Wandqualität – die Wahl ist eine reine Frage der Verarbeitungssituation.

Untergründe und Vorbereitung

Damit der Lehm-Unterputz dauerhaft haftet und keine Risse zeigt, kommt es auf die richtige Vorbereitung des Untergrunds an. Drei Faktoren entscheiden über den Erfolg – und alle drei sind im Vorfeld klar planbar.

Geeignete Untergründe

Klassische Untergründe für Lehm-Unterputz sind Vollziegel-, Bruchstein- und Kalksandsteinmauerwerk, Holzfaserplatten, Schilfrohrmatten als Putzträger sowie spezielle Lehmbauplatten. Auf glatten Betonflächen oder auf Gipsuntergründen haftet Lehm weniger gut – hier braucht es entweder einen mineralischen Haftgrund oder einen mechanischen Putzträger als Zwischenschicht. Auch alte, kreidende oder lose Putze müssen vor dem Auftragen entfernt werden.

Grundierung als Haftbrücke

Bei kritischen Untergründen sorgt eine Grundierung für die nötige Haftung und reguliert das Saugverhalten der Wand. Eine zu stark saugende Wand entzieht dem frischen Putz das Wasser zu schnell, was zu Rissen führt – eine zu glatte Wand bietet keine mechanische Verzahnung. Beides lässt sich mit einer geeigneten Grundierung wie der Conluto Grundierung ausgleichen, die speziell auf Lehmputze abgestimmt ist.

Saubere Eckenausbildung

An Innen- und Außenecken sowie an Übergängen zu Türzargen und Fensterleibungen lohnen sich vorgefertigte Gewebe-Eckwinkel und Anputzleisten. Sie geben dem Putz eine saubere Kante, verhindern Kantenabbrüche und erleichtern das Glätten und Schleifen erheblich. Vor allem bei größeren Sanierungen mit vielen Ecken zahlen sich die Leisten in eingesparter Nacharbeit schnell aus.

Verarbeitung auf der Baustelle

Lehm-Unterputz ist vergleichsweise einfach zu verarbeiten und gehört zu den Putzen, die auch ambitionierte Selbstbauer mit etwas Übung sauber aufbringen können. Drei Verarbeitungsregeln sollten Sie kennen – sie entscheiden über das Endergebnis.

Auftragstechnik und Schichtdicke

Der Lehm-Unterputz wird in einer Schichtstärke von 10 bis 30 Millimetern aufgetragen – je nach Untergrund-Unebenheit und gewünschter Wandstärke. Bei Auftragsstärken über 15 Millimetern empfiehlt sich der zweischichtige Auftrag: erst eine grobe Ausgleichsschicht, nach Antrocknung die feinere Glättschicht. So vermeiden Sie Schwundrisse und erhalten eine besonders ebene Fläche für den nachfolgenden Oberputz.

Trockenzeit und Witterung

Lehm trocknet rein physikalisch durch Wasserabgabe, ohne chemische Reaktion wie bei Kalk- oder Zementputzen. Die Trockenzeit hängt deshalb stark von Raumtemperatur, Luftfeuchtigkeit und Durchlüftung ab. Als Faustregel rechnen Sie mit ein bis zwei Tagen pro Millimeter Schichtdicke. In der Trocknungsphase sollten Sie die Räume gut belüften, aber nicht überhitzen – starke Hitze führt zu Schwundrissen, fehlende Lüftung verlängert die Trocknung um Wochen.

Vorbereitung für den Oberputz

Sobald der Unterputz vollständig trocken ist, können Sie den Oberputz auftragen. Vorher empfiehlt sich ein leichtes Anrauen oder Aufkämmen der Unterputzoberfläche, damit der Oberputz mechanisch gut haftet. Eine Anfeuchtung mit der Sprühflasche reduziert das übermäßige Saugen des trockenen Unterputzes und sorgt für gleichmäßiges Abbinden des Oberputzes.

Was nach dem Unterputz kommt

Der Unterputz ist nur die erste Schicht eines vollständigen Lehmwandaufbaus. Je nach gewünschter Endoptik und Funktion folgen unterschiedliche Schichten – aus dem Sortiment ergänzen sich diese besonders gut.

Lehm-Klebe & Armierungsmörtel

Für die Vermeidung von Rissen und Unebenheiten ist es erforderlich eine Armierung aus einem Glasgittergewebe einzubringen. Besonders gut gelingt dies mit dem Conluto Lehm-Klebe & Armierungsmörtel. Wer besonders geübt ist an der Kelle kann die Armierung auch direkt in den Unterputz mit einbringen. Danach ist die Oberfläche bereit für den Oberputz!

Lehm-Oberputz und Lehm-Edelputz

Für die sichtbare Oberfläche kommen Lehm-Oberputze mit definierter Körnung zum Einsatz, die eine reibungssichere, strukturierte Oberfläche ergeben. Wer eine besonders edle, fein strukturierte Optik möchte, wählt einen Lehm-Edelputz, der die hochwertige Endoptik des Lehmbaus auch in Repräsentationsräumen oder im gehobenen Wohnbereich zur Geltung bringt.

Lehm-Flächenspachtel für ebene Oberflächen

Wer eine glatte, fast lackähnliche Oberfläche möchte, greift zu Lehm-Flächenspachteln – diese werden auf den Oberputz oder direkt auf glatte Untergründe aufgetragen und ergeben eine besonders ebene Fläche zum Streichen oder Tapezieren. Im Bereich der Lehm-Flächenspachtel finden Sie verschiedene Farbtöne von Edelweiß bis Lehmocker, die bereits ohne weiteren Anstrich eine wohnliche Anmutung ergeben.

Lehmfarbe als Abschluss

Den finalen Anstrich übernehmen Lehmfarben in unterschiedlichen Farbtönen – atmungsaktiv, diffusionsoffen und schadstofffrei. Diese Farben bewahren die regulierende Funktion der Lehmwand und ergänzen den ökologischen Kreislauf von der Wand bis zur Oberfläche.

Häufige Fragen zum Lehm-Unterputz